Unsere Tahiti-Vanille und ihre Charakterzüge

Tahiti-Vanille – ist das nicht dasselbe wie Bourbon-Vanille? Das denken viele im ersten Moment, wenn sie entdecken, dass wir das Gewürz für unser Knalle Popcorn einsetzen. Dabei gibt es tatsächlich eine Menge spannende Unterschiede zwischen den beiden Vanille Arten. Wir nehmen Dich mit in die Welt des schwarzen Goldes, welches an langen Lianen wächst.

 

Die aufwendige Gewinnung der Vanille

Egal ob Tahiti-Vanille oder Bourbon-Vanille – beide gehören zu den bekanntesten und gleichzeitig zu den begehrtesten Gewürzen dieser Welt. Das Wort “Vanille” bedeutet übrigens übersetzt “kleine Hülse bzw. Schote”. Warum Vanilleschoten so teuer sind, wird einem schnell klar, wenn man sich den Reife- und Verarbeitungsprozess dieser Pflanze einmal näher anschaut:

  1. Die Kletterpflanze gehört zu der Familie der Orchideen und besitzt grün-gelbliche Blüten, aus denen Samenkapseln werden. 
  2. Um optimal gedeihen zu können, braucht die Pflanze Hitze, Schatten und hohe Luftfeuchtigkeit – daher wird sie meist in tropischen Gebieten angebaut. 80 Prozent der Vanille-Ernte kommt dabei aus Madagaskar.
  3. Insgesamt neun Monate reift eine solche Samenkapsel am Baum, bevor sie bestäubt wird.
  4. Sowohl Ernte und Verarbeitung sind sehr aufwendig: Die Früchte werden zuerst blanchiert (kurz in heißem Wasser gekocht).
  5. Anschließend folgt ein monatelanger Trocknungsprozess: Die Vanilleschoten werden abwechselnd im Schatten und der Sonne platziert und in Holzkisten gepackt. Nur so werden die Schoten schonend getrocknet und das wertvolle Aroma und ihr Vanillin bleibt erhalten.
  6. Von der Blüte bis zur Verfrachtung vergeht übrigens insgesamt mindestens ein ganzes Jahr! 

Bourbon-Vanille – geliebt und verehrt

Die beliebte Bourbon-Vanille wird auf Madagaskar, den Komoren und La Réunion angebaut. Die Insel Réunion trug für einen langen Zeitraum den Namen Île Bourbon – daher auch der Name der Gewürzvanille. Die Bezeichnung ist inzwischen geschützt und darf nur verwendet werden, wenn die Vanille auf den genannten Inseln angebaut wird. 

Tahiti-Vanille – die Königin der Vanilleschoten

Die Tahiti-Vanille  wird auf den pazifischen Inseln angebaut. Die Schote ist viel dicker als die bekannte Gewürzvanille und damit auch doppelt so ergiebig. Denn im Gegensatz zur Bourbon-Vanille reift diese Vanilleschote komplett an der Liane aus. Der Vanillingehalt ist geringer. Durch zusätzliche aromatische Substanzen erhält die Tahiti-Vanille ein außergewöhnlich zart-blumiges Aroma. Sowohl Geruch und Geschmack unterscheiden sich deutlich. Zudem wird diese Vanille-Art nicht nur für kulinarische Kreationen, sondern häufig auch für die Parfümherstellung genutzt.

Die zwei Vanille-Arten im direkten Vergleich

 
Tahiti-Vanille
Bourbon-Vanille
Größe
dicker und länger, weil die Schoten komplett an der Liane ausreifen
 dünner als die Tahiti-Vanille – wird noch vor dem Reifeprozess geerntet.
Geschmack
leicht blumig, würzig – exotisch
mehr nach Vanille als Tahiti-Vanille (aufgrund des höheren Vanillingehalts)
Duft
leicht blumig, nach Anis
nach Vanille (würzig-süß) 
tahiti vanille oder bourbon vanille in der Hand

Qualität erkennen

Form, Farbe und Beschaffenheit

Die Schote sollte durchgängig schwarz und seidig-glänzend sein. Rote Verfärbungen sind häufig ein Anzeichen für zu langes trocknen.  Die Beschaffenheit ist elastisch und gleichzeitig lederartig.

Kristalle als Qualitätsmerkmal

Die Schote „schwitzt“ auf ihrer Reise – dadurch kommt es zu Vanillin-Kristallen. Ein Qualitätsmerkmal, was im ersten Moment fälschlicherweise oft als Schimmel wahrgenommen wird.  

Vanille in Produkten

Echte Vanille ist sehr teuer – mittlerweile werden 90 Prozent des Vanille-Bedarfs künstlich hergestellt. Das synthetisch hergestellte Vanillin ist jedoch kaum vergleichbar mit dem Geschmack von echter Vanille in der mehr als 120 verschiedene Aromastoffe zusammenkommen. In unserem Popcorn findest Du deshalb nur den natürlichen Vanille-Geschmack. 

Tahiti Vanille Verwendung

Die richtige Verwendung von Tahiti-Vanille

Die richtige Verwendung ist in der Regel erstmal kein Geheimnis: Die Schote wird der Länge nach aufgeschnitten und das Vanillemark herausgekratzt. Was viele nicht wissen: Das meiste Aroma sitzt in der Schote selbst. Durch das mitkochen (in Milch, Sahne oder auch Karamell) können die darin enthaltenen Aromastoffe gelöst und freigesetzt werden. 

Solltest du Tahiti-Vanille für ein Rezept verwenden wollen, reicht auch das Mark einer halben Tahiti-Vanilleschote. Was jetzt mit dem Rest passiert, fragst Du dich? Ob Mark oder Schote – beides eignet sich hervorragend zur Herstellung von Vanillezucker. Einfach das Mark oder auch die Schote gemeinsam in einen geeigneten Behälter (z.B. ein Einmachglas) mit Zucker geben. 

Lust auf einen Eiskaffee mit Tahiti-Vanille als Crunch?

Knalle-Wissen zur Vanille auf einen Blick

Wir finden: die Tahiti-Vanille hat wirklich tolle Charakterzüge! Hier haben wir die wichtigsten Fakten zur Vanille noch einmal für dich zusammengefasst:

  • Vanille ist eines der bekanntesten und beliebtesten Gewürze der Welt.
  • Die Gewinnung von Vanille ist sehr aufwendig – das macht sie so teuer.
  • Die Tahiti-Vanille unterscheidet sich sowohl von der Beschaffenheit als auch Geschmack von der Bourbon-Vanille
  • In vielen Lebensmittelprodukten kommt häufig synthetisch hergestelltes Vanillin zum Einsatz. 
  • Für den vollmundig-natürlichen Geschmack verwenden wir bei Knalle ganz bewusst die echte Vanille aus Tahiti.
Dieser Beitrag wurde von der Knalle-Redakteurin erstellt und den Begriffen Pop-Wissen zugeordnet.